Als Frau allein in Namibia

Als Frau allein in Namibia

 

Leben in einem afrikanischen Stamm, Freunde besuchen, Familie kennenlernen, Freiwilligenarbeit und leider auch ein Raubüberfall – Annes Reise nach Namibia war alles andere als langweilig! Wie es dazu kam und warum es vor allem für Windhoek ein klares „Daumen runter“ gibt, wie ihre Erfahrungen und Erlebnisse als Frau allein in Namibia sonst so waren und noch so einiges mehr erzählt Anne hier:

 

1. Was hat Dich nach Namibia geführt? Welche Regionen/Orte hast Du besucht?

Hauptsächlich bin ich nach Namibia gereist um Freunde in Namibia zu besuchen, die für „Namib Marimbas“ 2012 vom Internationalen Kinderchorfestival in Dresden für eine Woche zu Gast waren. Mein Freund und ich haben uns vor 4 Jahren kennengelernt und die Kontakte in Namibia haben sich vervielfältigt und erweitert. Mein Ziel war es aber auch etwas von Land und Kultur mitzubekommen und in einem Stamm zu leben.

Außerdem wollte ich mehr über das soziale System in Namibia Bescheid wissen und plante Freiwilligenarbeit in 4 Projekten: einem deutschen Kindergarten in Swakopmund, einem Kinder- und Waisenheim in Walvis Bay, einem Aidsprojekt in Okahandja und einem CarePoint in Windhoek. An Nachmittagen und Wochenenden erlebte ich die „normalen Touristendinge“. Es sollte also ein Mix aus Einheimischen-Insider Tipps und Touristenattraktionen werden. 

Ich habe folgende Orte in der Reihenfolge besucht:

Flug Frankfurt- Johannesburg (Südafrika)- Windhoek und anschließende Weiterfahrt nach Ongwediva (1 Tag)

Leben in einem Oshivambo Stamm in Ongwediva (10 Tage)

Fahrt Ongwediva- Okahandja……Okahandja- Swakopmund (1 Tag)

Freiwlligenarbeit im Deutschen Kindergarten Georg Ludwig Swakopmund (1 Woche)

Freiwilligenarbeit im Kinder- und Waisenheim Kids Haven in Walvis Bay (1 Woche)

Fahrt Walvis Bay-Okahandja (1 Tag)

Freiwilligenarbeit im Aidsprojekt Christs Hope in Okahandja (4 Tage)

Fahrt Okahandja- Windhoek (1 Tag)

Freiwilligenarbeit im CarePoint Mammádu in Windhoek (1 Woche)

Abflug Windhoek-Frankfurt

2.Wie lange warst Du dort und wie bist du gereist (Bus, Bahn, Taxi, privater Fahrer, Flugzeug etc)?

Ich war 5 Wochen in Namibia. Gereist innerhalb des Landes bin ich hauptsächlich mit Taxis, aber auch mit Freunden, Shuttles und Bussen.

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3. Wie/wo hast du übernachtet und wie hast du deine Wertsachen gesichert (sowohl nachts als auch tagsüber)?

Ich bin ohne eine Unterkunft losgeflogen hatte aber überall eine Unterkunft. In Ongwediva habe ich im Oshivambodorf meiner Freundin Ndemufayo geschlafen. In Swakopmund habe ich eine Nacht im Hostel geschlafen, dann bin ich zur Sekretärin vom Deutschen Kiga gezogen für den Aufenthalt in Swakop und Walvis. In Okahandja habe ich auf der Couch von meiner Freundin geschlafen. Und in Windhoek bei der Tante meines Freundes, also immer privat, außer das eine Mal.

Ich habe allen Gastfamilien getraut, deswegen habe ich meine Wertsachen nicht gesichert. Ich habe nur darauf geachtet, dass ich nicht auf allzu hohe Bargeldsummen dabei habe.

 

4. Gab es Momente oder Situationen, in denen Du dich unsicher/unwohl gefühlt hast und wenn ja, wann und wo? 

Ja ich habe mich einige Male unwohl gefühlt eine Situation war in Ongwediva,  da wird man wie ein Alien angeschaut, weil dort nur Schwarze sind, anders ist es an der Küste. Da ist es ungefähr Hälfte – Hälfte. Ich musste nachts mit einem Taxi fahren zwar mit einer Bekannten, aber trotzdem war es unheimlich.

Und das andere Mal war in Walvis Bay, als ich als einzige Weiße im Taxi saß (da weiße als reich angesehen werden) , klopften von jetzt auf gleich ziemlich viele gegen die Scheibe, weil sie alle mich in ihrem Taxi haben wollten. 

Die andere Situation bei meinem Überfall in Windhoek. Genaueres lest ihr auf meinem Blog. Ich bin dann auch in der Deutschen Allgemeinen Zeitung für Namibia gelandet.

Reisetipp: Weiße sollten NIE in den Norden von Windhoek fahren. Taxis stecken dort sehr oft mit Banden zusammen, die dann Überfälle, Vergewaltigungen,… planen.

5. Hast du irgendwelche Sicherheitsvorkehrungen getroffen wie z.B. einen Selbstverteidigungskurs, besondere Safety Items in deinem Gepäck, Dokumentensicherung etc. und wenn ja, welche?

Sicherheitsvorkehrungen habe ich keine getroffen, sollte man aber machen. Es schadet nichts und vor meiner 2. Reise möchte ich es auf jeden Fall machen.

6. Empfindest Du es generell unsicher, dich als Frau allein durch Namibia zu bewegen? Worauf sollte frau achten?

Generell fühlte ich mich sicher. Man muss nur aufpassen, wen man was anvertraut und mit offenen Augen durch Namibia fahren. Bei meiner 2. Reise nehme ich auch Verstärkung mit, wir werden zu 3. vielleicht auch zu 4. fliegen. Taxis werden wir nicht nehmen, sondern ein Auto von einer guten Freundin ausleihen. Was uns unabhängig macht, es günstiger ist und wir auch flexibel sind. Natürlich kann man Autos mieten, ist uns aber zu teuer.

7. Hast du selbst Gewalt/Belästigungen gegenüber Frauen beobachtet, Einheimische oder Touristinnen?

Andere Frauen habe ich nicht bei Belästigungene Gewalttaten gesehen, Wenn dann hätte ich die Polizei gerufen, weil selbst einschreiten und „Zivilcourage“ zeigen hätte mich auch nur in Verhängnis gebracht. Ich habe Gewalt nur am eigenen Körper leider erleben müssen – siehe Bericht auf meinem Blog.

 

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Mommy Africa & Schwester

8. Was schätzt du ganz besonders an Namibia und was findest du ganz furchtbar?

Ich schätze die Gastfreundlichkeit, die ist mega, egal wo ich war wurde ich herzlich empfangen, beispielsweise die Mama meines Freundes, obwohl ich sie noch nie zu vor gesehen habe, hat sie mich mit offenen Armen empfangen. Sie hat mir ihr schönes Kleid und Austern (weil sie auf einer Austernfarm in Walvis arbeitet) geschenkt. Seit dem Punkt ist sie meine Mommy Africa. Sie ist so herzlich, generell die komplette Familie. Vor 2 Tagen habe ich mit ihr seit meinem Besuch in Namibia Kontakt augenommen und sie angerufen. Sie hat vor Freude geweint und sie war überglücklich meine Stimme zu hören.  

Furchtbar war mein Erlebnis am vorletzten Tag. Es war eine Kurzschlussreaktion von mir dem Dieb in den Slum zu folgen. Aber als Deutscher denkt man im 1. Moment “ Ah Hilfe mein Handy wird geklaut!!“ und rennt hinterher.

Jetzt weiß ich: Renne nie materiellen Dingen hinterher.

9. Welche Tipps würdest Du einer allein reisenden Frau geben, die zum ersten Mal nach Namibia reist? 

Bei den Taxis ganz besonders aufpassen!!

Weiße werden gerne abgezockt! Bekommen im Supermarkt zu wenig Wechselgeld oder müssen beim Taxi mehr Fahrtgeld zahlen. Einfache Kleinigkeiten, also. Am Besten immer mit jemandem Einheimischen reisen oder wenn man ein Hotel gebucht hat, mit hotelinternen Bussen/Shuttles fahren. Immer auf Wertsachen Acht geben.

10. Auf einer Skala von 1 (unsicher) bis 5 (sehr sicher) – wie würdest Du Namibia einstufen in puncto Reisesicherheit/Gewalt/Kriminalität gegenüber weiblichen Touristen? Bitte begründe Deine Einschätzung.

Eine 1 vergebe ich für Windhoek, das ist echt nicht sicher. Taxifahrer stecken wie gesagt mit Banden zusammen und fahren dich gerade in die gefährlichen Stadtteile (Katutura, Okryungava)

Die anderen Städte sind eine glatte 5, sind auch ehrlich gesagt viel empfehlenswerter und schöner. Vorallem die Küste und der Norden sind auch landschaftlich bombastisch.

11. Ich nenne Dir ein paar Schlagworte und du sagst mir, was dir spontan dazu einfällt:

Lebensqualität – viel höher als in Deutschland, müssen mit weniger Dingen im Leben klar kommen und sind viel glücklicher als Deutsche. Freuen sich auch viel mehr über das Wetter: Wenn es regnet bspweise. Besseres Lebensgefühl. Immer und überall Musik und Tanz!!!

Öffentliche Toiletten – werden nicht abgeschlossen, sind sauber. An Tankstellen kostet es umgerechnet 7 cent.

Hotpants – kann man tragen, vorallem wenn es warm ist.

Gastfreundschaft – wie oben schon beschrieben. Mega!! Viel freundlicher als in Deutschland oder generell in europäischen Ländern.

 

 

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Anne und Seba

Über Anne

Ich bin Anne Pucka, 19 Jahre alt und eine Studentin für Soziale Arbeit aus Dresden. Meinen Auslandsblog findet ihr auf www.annestraumlandnamibia.auslandsblog.de

 

 

 

Mango Verde interviewt im Rahmen der „Als Frau allein reisen“ Reihe allein reisende Frauen in allen Ländern dieser Welt. Du möchtest gern dabei sein und deine eigenen Erfahrungen, Erlebnisse und Geschichten teilen? Schreibe mir eine Email!

Habt ihr Fragen, Anregungen oder eigene Erfahrungen, die ihr gern loswerden würdet? Rein damit in die Kommentare!

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