Warum Pfefferspray nicht die Lösung ist

Seit den Vorfällen in der Silvesternacht in deutschen Großstädten ist die Nachfrage an Pfefferspray so groß wie nie. Aber schützt es uns Frauen wirklich? Oder ist es sogar eher gefährlich, weil wir uns in falscher Sicherheit wiegen mit der kleinen Sprühdose in der Tasche?

Rechtlich gesehen darf Pfefferspray in Deutschland nur in Dosen mit Prüfzeichen des BKA und deutlicher Kennzeichnung als Tierabwehrspray benutzt werden. Wird das Pfefferspray gegen einen Menschen eingesetzt, muss der Benutzer des Sprays Notwehr nachweisen, andernfalls kann er wegen Körperverletzung selbst angeklagt werden. In vielen anderen Ländern, wie z. B. in den Niederlanden, Dänemark, Belgien, Großbritannien, Norwegen, Luxemburg – um nur einige zu nennen – ist es verboten. In anderen Ländern, wie unter anderem Italien oder Schweden, gilt Pfefferspray als Waffe und darf nur mit Lizenz erworben und mitgeführt werden.

Frau mit Pfefferspray

Frau mit Pfefferspray

In einer Gefahrensituation muss das Pfefferspray leicht zugänglich sein, da dir keine Zeit bleibt, in der Handtasche oder im Rucksack danach zu wühlen. Viele tendieren außerdem dazu, die Sprühdose am ausgestreckten Arm auf den Gegner zu richten, ohne jedoch darüber nachzudenken, dass der Gegner damit leichtes Spiel hat, es dir aus der Hand zu schlagen und gegen dich zu verwenden. Damit würden wir unserem Angreifer die Waffe liefern. Schlechter Plan.

 

Der Umgang will gelernt sein

Die Anwenderin sollte außerdem über eine sehr gute Zielsicherheit verfügen, denn das Pfefferspray wirkt nur im Gesicht und nicht auf der Kleidung – und auch nur mit Rückenwind, denn sonst laufen wir Gefahr, uns selbst zu treffen und zu schaden. Das mit der Zielsicherheit ist in Stresssituationen unter Adrenalin so eine Sache, auf die wir uns absolut nicht verlassen können – genau so wenig, wie wir vorher die Windrichtung überprüfen.

Der Umgang mit Abwehrsprays will gelernt und vor allem geübt sein. Was tun, wenn deine Dose defekt ist und es kommt nichts raus? Bist du dann in der Lage, dich von diesem Überraschungsmoment nicht aus dem Konzept bringen zu lassen und die Dose anderweitig als Waffe einzusetzen? Was machst du, wenn du deine Zielperson verfehlst und diese durch deinen misslungenen Angriff noch aggressiver wird? Was machst du, wenn dein Gegner vielleicht sogar gar nicht auf das Spray reagiert? Es gibt viele Fälle, in denen Personen alkoholisiert waren oder unter Drogen standen und keinerlei Reaktion auf Pfefferspray zeigten.

Die Alternative zum Pfefferspray

Sich in einer potenziell gefährlichen Situation nur auf eine kleine Sprühdose zu verlassen, ist unklug, leichtsinnig und kann dich im schlimmsten Fall dein Leben kosten. Was kannst und solltest du alternativ tun? Gute Selbstverteidigungskurse stärken dein Selbstbewusstsein und deine Entschlossenheit, lehren dich das frühzeitige Erkennen einer Gefahrensituation, korrekte Körpersprache und Verhaltensregeln – vom simplen Gebrauch deiner Stimme bis zum Weglaufen.

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Showing 2 comments
  • Philip
    Antworten

    Ich stimme dir in den meisten Punkten zu: Ohne Übung und Selbstverteidigungsausbildung kann ein Pfefferspray mehr Schaden als Nutzen anrichten.

    Viele Leute dich ich kenne, machen auch den Fehler, dass sie die Dose kaufen in die Handtasche stecken und darauf vergesssen. Klar, dass das Pfefferspray im Ernstfall dann keinen Nutzen hat.

    Wenn man die legalen Selbstverteidigungswaffen betrachtet, ist Pfefferspray dennoch die beste Option. Idealerweise in Kombination mit einem Selbstverteidigungskurs.

    lg, Philipp

    • Mangoverde
      Antworten

      Hi Philipp,
      danke für Deine Gedanken dazu. Hier ist Deutschland ist es in Verbindung mit Selbstverteidigungs-/Selbstschutztraining sicherlich eine Option, doch für Reisende ist Pfefferspray nochmal wieder eine ganz andere Geschichte, da es zum Reisen a) ungeeignet ist und b) in vielen Ländern illegal ist. Man (frau) sollte definitiv die Waffen zu nutzen wissen, die sie immer dabei hat: Stimme, Hände, Füße, Zähne und sich nicht auf einen Gegenstand/eine Waffe verlassen – das birgt doch ein recht großes Risiko. :-) LG Vivien

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